„Nähen und Meer“ und eine maßgeschneiderte Jeans mit Reißverschluss

Ende Mai war ich bei dem Hosennähworkshop von Kaidso-Onlinekurse in Hamburg und habe mir diese Hose auf den Leib geschneidert. Elastischer Jeansstoff, enges Bein, Bund mit Gummiband drin. Einfach zum reinschupfen, mit langem Shirt oder Tunika drüber ideal.

Aber ich trage auch T-Shirts, die ich gerne in die Hose reinstecken würde. Oder kürzere Tops, die dann so um die Höhe des Bundes aufhören:

Und da muss dann eine „richtige Jeans“ her. So eine mit Reißverschluss, festem Bund, Knöpfen und Gürtelschlaufen. Im Mai dachte ich: „Ich weiß ja jetzt wie es geht, das mach in dann „mal einfach so““.

Tja, dann kam der Juni, Sommerfest, Kindergeburtstag, Zeugnisse, dies und das für den Urlaub vorbereiten. Dann der Juli: die ersten zwei Wochen im Urlaub, danach Kinderbespaßung wegen Ferien… in Ruhe nähen? Wann denn das bitte? Abends, wenn man endlich mal nach draußen gehen kann, weil es endlich ertragbar da draußen ist? Nee, dann lieber auf der Terrasse sitzen und gemütlich quatschen.

Aber wann bitte soll ich mir denn meine Jeans nähen? Der nächste Herbst kommt bestimmt! Und da postete Svenja von Kaidso-Onlinekurse kurz vor den Ferien dass sie einen Workshop „Nähen und Meer“ anbieten möchte. Vier Tage Nähen und noch ganz viel mehr in Horumersiel an der Nordseeküste. Mit gemeinsamen Campen auf dem Campingplatz in Schillig, 30 Minuten am Wasser oder auf dem Deich entlang zu Fuß (wer mag) oder in Ferienwohnungen in Horumersiel. Gemeinsames Yoga am Strand oder auf der Wiese in Schillig (wer mag) und ganz viel gemeinsames Nähen im Haus des Gastes in Horumersiel – natürlich auch wer mag, aber deswegen waren wir doch da 😊 .

Und da war es um mich geschehen: Da muss ich hin! Komme was wolle! Vier Tage nähen mit ganz vielen lieben Leuten und bestimmt mit ganz viel Hilfe bei meiner ersten „richtigen“ Jeans. Ferienwohnung direkt im Ort gebucht – das nächste Mal stehen wir mit dem frisch gekauften Camper bei den anderen auf dem Campingplatz. Und ein Fahrrad nicht vergessen! Dann ist man ruckzuck im Nähraum oder zurück ruckzuck beim Yoga.

Genäht haben wir in Horumersiel im Haus des Gastes. Dieses liegt direkt an dem Fußweg zum Strand – ihr glaubt nicht, wieviel Leute dort rein geguckt haben und wissen wollten, was das hier für eine Truppe ist. Ein Mann wollte seine Frau abgeben („Die kleine XY möchte gerne im Smalland abgeholt werden!“ scherzten wir dann rum), ein Papa trabte mit seiner Familie ohne ein Wort des Grußes oder der Entschuldigung durch den Raum und quatsche dabei lautstark mit seiner Tochter. Wenn das statt eine Nähtruppe ein Diavortrag gewesen wäre, wäre der doch auch nicht einfach da durch geschlappt! „Ist das eine private Veranstaltung?“ hörten wir bestimmt 10 Mal 😊 😊 😊 . „Kann ich hier auch mal nähen?“.

Ich wagte mich also todesmutig an meine erste richtige Jeans.Grundlage war der Schnitt, den ich in Hamburg von meinen eigenen Maßen abgenommen habe. Die Hose ist also direkt auf mich zugeschnitten und quasi auf dem Leib geschneidert:

Unelastischen eher dünneren Jeansstoff dafür hatte ich genug – zu Hause! Warum ich nicht alles eingesteckt habe, weiß ich nicht. So hatte ich genau genug Stoff für eine Hose! Mehr wollte ich ja auch nicht nähen. Beim Zuschneiden war ich daher ganz genau, guckte mir meine Schnittmuster, die ich in Hamburg nach meinen Maßen erstellt hatte, an, stellte fest: das eine ist für elastischen Stoff, das andere für unelastischen Stoff. Der für elastischen Stoff war mit Nahtzugabe zugeschnitten, der für unelastischen ohne Nahtzugabe.

Und ich sage euch jetzt: Macht das niemals!!!! Macht alle eure selbst erstellten Schnittmuster entweder konsequent MIT Nahtzugabe, oder konsequent OHNE Nahtzugabe! Aber nicht gemischt! Ich habe extra ganz genau geguckt, bevor ich zugeschnitten hatte: da steht „mit Nahtzugabe“. Okay, also direkt am Rand abgeschnitten, gesteppt, Anprobe: zu eng! Was ist das denn? Zuerst dachte ich: wegen des Wetters dickere Beine. Dann noch weil der Stoff sehr fest ist. Dann habe ich überlegt, ob ich zugenommen habe… aber wie auch immer: passt nicht. Also neues Schnittmuster zeichnen, bei dem alten hatte ich auch zu viel am Bund weggeschnitten, dieser muss höher sein. Ich suchte das alte Schnittmuster, nach dem ich zugeschnitten hatte, raus und stellte fest: das war der für elastische Stoffe!!! Kein Wunder dass die Hose zu eng war! GRRRR!!!

Einen anderen unelastischen Stoff hatte ich nicht mit. Von Svenja hätte ich einen gemusterten unelastischen Cordstoff bekommen – das waren aber nicht ganz meine Farben. Also: elastische Jeans. Geht auch mit Reißverschluss und festen Bund, auch wenn es nicht notwendig wäre.

Ich hatte von den Hosenhelden einen grauen elastischen Jeansstoff mitgenommen. Recht fest und dick, ist also wirklich eher eine Hose für den Herbst. Auf ein Neues. Ich blieb an dem ersten Tag  bis 20.30 Uhr in dem Nähraum – ich wollte noch ein Erfolgserlebnis haben! Ich schaffte die Hose so weit fertig, dass sie an den Beinen, an den Seiten oben und vorne, wo der Reißverschluss rein kommt, perfekt passte. Besonders stolz bin ich auf die gerade Seitennaht:

Nur hinten im Rücken wollte ich jemanden am nächsten Morgen bitten, mir das ordentlich abzustecken.

Am nächsten Tag ging es dann weiter mit Abstecken und enger nähen oben am Bund. Mist, eine Beule. Noch ein Stück abgenäht – Beule immer noch da! Das ganze Spielchen machte ich dreimal, bis ich beim dritten Mal nach der Naht guckte. Gar nicht da! Ich hatte die ganze Zeit ohne Unterfaden genäht!!! GRRRR!!!

Okay, das wäre dann behoben, Beule am Hintern weitestgehend weg, es konnte weiter gehen. Man erahnt hier auf den Fotos die Beule noch etwas…:

Bund zuschneiden, Untertritt, Obertritt, Reißverschluss, alles parat. Uff, am Ende war ich ganz schön geschafft, ist auch nicht ganz so gut gelungen, das Teil vom Reißverschluss das man zum Zuziehen festhält guckt etwas raus und die Kante wellt sich ein bisschen. Aber dafür dass es mein erster Hosenstallreißverschluss ist bin ich echt begeistert.

Die beiden Druckknöpfe sind leider etwas schief übereinander und die Gürtelschlaufen hätte ich enger machen können, aber das sind nun wirklich Feinheiten, die kein Mensch sieht. Unten am Saum habe ich dann ein wenig gespielt und eine Ziernaht verwendet.

Fazit:

  • Ich bin total begeistert von meiner tollen neuen Hose.
  • Ich bin total begeistert von Kaidso-Onlinekursen.
  • Ich bin total begeistert von „Nähen und Meer“.
  • Ich bin total begeistert, dass ich jetzt ein Schnittmuster für so eine tolle Hose habe.
  • Ich bin total begeistert vier tolle Tage mit ganz tollen Frauen verbracht zu haben.
  • Ich bin total begeistert von der Hilfe, die ich bekommen habe. Danke an alle!!!
  • Ich bin einfach total begeistert!

Was mir wichtig war bei dieser Hose ist der hohe Bund. Meine Beine sind eher kurz im Vergleich zu meinem Oberkörper. Mit dem hohen Bund betonte ich meine  Taille und meine Beine wirken richtig lang. Das finde ich grandios:

Eure Charla

Verlinkt bei „Du für Dich am Donnerstag #10“ und bei „Sew La La Up-Party #9“

Tochter-Sommerklamotten-Produktion: kurze Leggings

Wie nennt man die Leggings, die unter dem Knie enden? Über dem Knie sind Radlerhosen, aber unter dem Knie? 7/8-Länge? 3/4-Hose? Radlerhosen wollte meine Tochter nicht – da ist sie eigen. Wenn es nach ihr gegangen wäre, wäre sie auch den Rest des Sommers noch mit langen Leggings durch die Gegend gelaufen. Aber das konnte ich mir nicht mehr länger mit ansehen. IMG_20180725_104846 mLKurzfristig war ich auch in Versuchung, einen Schwung kurzer Leggings zu kaufen – aber ich hätte vermutlich nur Radlerhosen bekommen. Und im Hinterkopf war auch so eine Stimme: „Kommt nicht in Frage! Die sind so einfach und schnell zu nähen!“

Ich hatte einige Wochen einen Nähblockade – irgendwie war die Luft raus. Und die To-sew-Liste wurde immer länger … das hielt mich noch viel mehr vom Nähen ab. Nun ist diese Blockade Gott sei Dank überwunden – ebenso meine Bloggerpause. Ich bin wieder da!

Im Gepäck gleich ein halbes Dutzend halblange Leggings. Erst dachte ich mir: vier müssten reichen. Meine Tochter suchte sich die Farben aus: lila, rot, beere und dunkelnavy. Gott sei Dank sind dazu passende T-Shirts schon vorhanden. Aber die Hosen waren wirklich so schnell fertig und so eine Legging hält bei meiner Tochter normalerweise nur einen, höchsten zwei Tage – dann ist sie reif für die Wäsche. Also: noch zwei hinterher. Eine gestreifte, wobei das heikel sein kann mit dem dazu passenden T-Shirt. Aber schwupps – heute griff meine Tochter zu dieser Hose und kam mit einem dazu passenden Shirt an: die Rosita aus diesem Beitrag. Leider bereits etwas zu klein, aber für diesen Sommer lasse ich diese Shirts noch durchgehen.

IMG_20180724_160224 mLUnd dann beschloss ich, noch eine Hose in türkis-blau zu nähen, passend zu Sandalen meiner Tochter. Ansonsten hat sie nix in dieser Farbe, außer die Schuhe. Und die hatten wir gekauft, weil es so schwierig ist, Schuhe für sie zu finden, weil sie so schmale Füße hat. Und diese passten gerade so toll.

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Also: noch zwei dazu passende T-shirts hinterher. Aber diese kommen in einem separaten Beitrag.

Eure Charla, die sich schon auf das Wochenende freut

Schnittmuster: Legging Smari von Smalino

Verlinkt bei made4girls Juli 2018, AfterWorkSewing #30/2018, Kiddikram Juli 2018

Babyhosen und Lätzchen

Ich habe euch im Frühjahr versprochen, dass ihr hier demnächst Babykleidung sehen werdet. Eine liebe Freundin von mir hat im April ihr erstes Baby bekommen. Für die ersten drei Monate hatte sie aber eine ganze Kiste mit Babykleidung geliehen bekommen, so dass es keinen Sinn machte, für diese Zeit Babykleidung zu nähen. Außerdem sollte sie erst einmal heraus finden, was sie dem Baby wirklich anzieht und welche Klamotten eigentlich nur in der Schublade bleiben. Die einen ziehen gerne Strampler mit Füßchen an: einmal schnell anziehen und die Füße gucken nicht raus. Ich habe die Dinger gehasst, weil die Füßchen entweder nie da waren wo sie hinsollten oder das Ding schon zu klein war, so dass die Beine gar nicht richtig gestreckt werden konnten. Die anderen ziehen lieber einfache Schlupfhosen mit breiten Gummibund und ohne Füße an. Bei warmen Wetter einfach Body drunter und fertig, ansonsten ein langärmligen Pulli drüber.

Daher mein Angebot an sie: „Wenn du etwas Bestimmtes brauchst, sag mir Bescheid!“

Und so kam nun die Anfrage, ob ich nicht ein paar Lätzchen nähen könnte. Jetzt mir drei Monaten sabbert die Kleine schon ordentlich rum. Okay, wenn es weiter nix ist:

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„Und vielleicht dann passende Hosen dazu? Sie trägt jetzt Größe 62.“ Ist auch kein Problem, die paar kurzen Nähte.

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Ich habe erst einmal eine Testhose und ein Testschlapperlätzchen genäht: gucken wie die Sachen passen, ob die Lätzchengröße okay ist, ob es am Hals weit genug ist, wie das Bauchbündchen sitzt, wie die Hose überhaupt sitzt. Alles für gut befunden.

Das Lätzchen durfte gleich dran bleiben, das brauchte ich nicht mehr. Aber die Hose habe ich lieber noch behalten, um das Bauchbündchen immer passend zu haben. Ich habe hier ganz feste Bündchenstoffe rum liegen, aber auch ganz labberige – die sich viel mehr dehnen als der feste. Daher ist hier Hose Nr. 1 ganz alleine auf dem einen Foto.

Hose Nr. 2 ist aus den allerletzten Resten eines Stoffes, den ich vor drei Jahren verwendet habe. Für so eine Hose passte es gerade noch. Das Lätzchen hat auch noch gerade so drauf gepasst – nicht im Fadenlauf und der Knopf auf der anderen Seite, aber ich denke, bei so einem Lätzchen ist das egal.

Hose Nr. 3 ist dagegen aus einem ganz aktuellen Lillestoff (Primavera). Wegen des großen Motives hatte ich auch große Reste übrig. Eine Hose und zwei Lätzchen – nun kann ich allerdings nur noch Zwickel aus den Resten nähen:

Und für die Hose Nr. 4 hatte ich wirklich nicht mehr genug Stoff. Nicht lang genug. Aber bei dem Wetter wird bestimmt auch eine kurze Hose angezogen werden. Allerdings musste ich auch hier ein bißchen stückeln: die Hinterhose sollte eigentlich im Bruch zugeschnitten werden. Das ging aber nicht. Aber auch das ist ja egal. Ich habe an den Beinabschlüssen ein Bündchen dran gemacht, aber ich glaube, das ist zu weit – obwohl die kleine Dame hat ja doch ganz schöne Stampfer… na mal sehen.

Morgen ist Übergabe. Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn die kurze Hose passt, da noch ein paar bestellt werden.

Eure Charla, die sich leider lange lange nicht gemeldet hat. Hatte einen kleinen Durchhänger.

Schnittmuster: Hose und Lätzchen „Wunschkind“ von From heart to needle, kurze Hose aus dem Baby-Set „Fancy First Year“ von Vivi’s Fancywork

Verlinkt bei made4girls Juli 2008, Nähzeit am Wochenende Juli 2018

Du für Dich am Donnerstag #1

So, dann will ich gleich mal beim ersten „Du für Dich am Donnerstag“ teilnehmen! Ich finde es eine grandiose Idee. Ich habe zwar nicht ganz so oft bei RUMS mit gemacht, weil ich mehr für meine Kids nähe als für mich. Aber hin und wieder entsteht doch ein Teil für mich. Und in Zukunft will ich auch mehr an mich denken … Mal sehen, ob sich hierfür auch eine Abkürzung finden wird… Ich wünsche der neuen Link-Party viel Erfolg und guten Zulauf!

Ich habe mir zwei Lyckas genäht – das Schnittmuster ist ein Freebook von Lillestoff. Allerdings habe ich es abgeändert:

  • Ich habe das Kleid verkürzt, so dass es eine Tunika ist.
  • Ich habe das Kleid verschmälert – es war mir einfach zu weit. Wobei die lilafarbenen Tunika ein bißchen schmaler ist als die mit dem Sternenmädchen drauf. Ich weiß noch nicht genau, welche mir besser gefällt.
  • Ich habe den Saum unten gerade statt gebogen genäht, da bei der lilafarbenen es einfach besser aussah, wenn der Musterstreifen unten überall gleich breit ist. Bei dem Sternenmädchen hätte ich den Saum wieder gebogen machen können, habe aber nicht dran gedacht.
  • Ich habe am Halsausschnitt ohne Nahtzugabe zu geschnitten – ich mag ganz so enge Ausschnitte am Hals nicht.

So ist es eine einfache Hängetunika geworden. Für so warmes Wetter wie jetzt gerade genau das richtige. Mit Legging dadrunter perfekt.

Beide Stoffe sind von Lillestoff: „Marrakesch“ und „Sternenmadchen“ von Susalabim.

Und mehr weiß ich dazu nicht zu sagen, also hopp hopp zu „Du für Dich am Donnerstag“.

Eure Charla

Verlinkt bei „Du für Dich am Donnerstag #1“ und ab Freitag bei „LilleLiebLinks #22/2018“

Zweieinhalb Hosen für mich an einem Wochenende!

Ich habe am vergangenen Wochenende in Hamburg den Workshop „Grundkurs Hose“ mit Svenja Köhler mitgemacht. Ihr kennt Svenja nicht? Hier, das ist sie: beim Frühstück am Sonntagmorgen 🙂

IMG_20180527_083649 mLNun gut, eigentlich wollte ich die Schilder fotografieren. Man bestellte am Tresen frisches Omlett oder Rührei, selbst zusammen gestellt mir kleingeschnittenen Pilzen, Schinken, Tomaten, Paprika, Zwiebel, Lauch und/oder geriebenen Käse und bekam ein Schildchen mit. Mein Omlett wurde dann an den Tisch gebracht – super lecker und schön heiß. Die Location für den Workshop war schon mal perfekt ausgesucht.

Ihr solltet bei kaidso-onlinekurse.de gucken, da könnt ihr euch Svenja in ihren Videokursen ganz oft angucken 🙂 . Über Facebook bin ich auf ihre Kurse gestoßen und fand sie gleich ganz toll. Anhand der eigenen Maße sich selber Kleidung schneidern und von einer Fachfrau erklärt bekommen wie es geht. Klasse!

Und dann auch noch Hosen nähen. Mal ehrlich: wer traut sich daran, eine perfekte Hose für sich zu nähen! Das ist doch immer irgendwie der Angstgegner, oder? So ganz besiegt habe ich ihn noch nicht, schließlich habe ich gerade erst den „Grundkurs Hose“ hinter mir. Online gibt es dann noch Aufbaukurse zu festem Bund, Reißverschluss, Taschen… das alles schafft man dann nicht an einem Wochenende.

Hier in dem Grundkurs war das Ziel für jede Teilnehmerin den perfekten Hosenschnitt für ihre Maße und Körperformen zu finden. Und gerade in unserem Kurs mit 9 Teilnehmerinnen hat man gesehen, wie unterschiedlich gebaut wird doch alle sind. Svenja meinte auch, in diesem Kurs sei das sehr deutlich geworden: ganz schmale Taille bei breiterer Hüfte, starkes Hohlkreuz mit gewölbten Po (das bin ich), breitere Hüfte als breiteste Stelle vom Gesäß, mehr Bauch, mehr Po, flacher Po… wie bitte sollen denn da überhaupt Kaufhosen passen? Bei mir zum Beispiel stehen Kaufhosen hinten im Rücken immer wegen des Hohlkreuzes ab, in der Taille sind die Hosen immer zu weit, weswegen ich einen Gürtel tragen muss um die Hosen zusammen zu zurren. Und dann habe ich so ein Geknautsche in der Taille. Doof!

Zum Workshop gab es vorab den Onlinekurs dazu, aber ich glaube, den hatten wir alle schon vorher. Wir sollten uns die Kursinhalte vorher anschauen, damit wir gleich ins Eingemachte starten konnten. Praktischerweise waren wir alle auf dem gleichen Level, zwei waren schon einen Schritt weiter. So mussten keine Grundlagen wiederholt werden.

Zwei von uns mussten noch vermessen werden – mit Hilfe der anderen ging das ruckzuck. Und dann: Stifte raus, Schnittmusterpapier raus und Schnittmuster erstellen! Ja, Frau Lehrerin!

Öhm… ???

Jaaa, war im Video alles prima erklärt, hätte man auch alleine hinbekommen mit Zurückspulen und nochmal angucken. Aber so vor Ort, mit anderen und Svenja dabei, ging es doch schneller. Wir standen zu zweit am Tisch und meine Mitstreiterin war schon fast fertig mit Zeichnen. „Hier kommt doch der und der Wert hin, oder?“ und „Hier muss ich ’ne Linie ziehen, oder?“ konnte ich sie dann fragen. Zu Hause hätte ich definitiv mehr Zeit gebraucht und so eine Rückversicherung, ob es denn nun richtig ist, ist sehr sehr hilfreich. Die besagte Mitstreiterin stand zum Beispiel mit der Nahtzugabe auf dem Kriegsfuss! Nachdem wir sie an dem Wochenende zweimal beim Zuschneiden dran erinnern mussten nahm sie sich einen dicken roten Stift und schrieb in Großbuchstaben auf ihr Schnittmuster „NAHTZUGABE MIT AUSSCHNEIDEN!“ Das Schnittmuster konnte dann definitiv nicht mehr vertauscht werden…

Eine andere Mitstreiterin gab uns vorher den Tipp, beim Möbelschweden für 2,00 € einfachen dünnen Baumwollstoff für die erste Probehose zu kaufen. Ich bekam ein Stück im Tausch gegen meinen mitgebrachten Probestoff ab. So liefen wir dann also alle in unseren hellen Probehosen durch die Gegend… schön abgesteckt auf unsere Maße 🙂

Nichts zwickt, kneift, wirft komische Falten oder sonst was. Einfach klasse.
Das war meine Hose Nummer 1.

Am Ende des ersten Tages stand mein Grundschnittmuster. Feierabend!

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Meine erse richtige Hose schnitt ich dann am nächsten Tag aus unelastischem Jeansstoff zu. Eine Bootcut wollte ich haben. Leider leider habe ich mich beim Zuschneiden in der Höhe etwas vertan, so dass die Hose dann im Rücken zu niedrig war. Vorne war sie super:IMG_20180527_103058_Bokeh mL
Aber die „Hosenexpertin“ Svenja wusste Rat: „Mach einen Sattel dran! Schneide noch mehr ab und mach es dann so und so.“ Gesagt getan, alles soweit fertig. Fehlt noch der Bund, aber das kriege ich auch zu Hause hin. Mir fehlte der passende Stoff, und ich hatte mir überlegt, aus dieser Hose gleich eine richtige Jeanshose zu machen, so mit abgesteppten Nähten und Taschen. Das ist ein bißchen Arbeit, die Zeit kostet – und die kostbare Zeit beim Workshop wollte ich dafür nicht opfern.

Also: Hose Nr. 2 nur halb fertig. Ihr werdet das fertige Exemplar auch bald hier auf meinem Blog sehen.

Schließlich wollte ich auch noch ein Schnittmuster für elastischen Stoff erstellen. Da muss man nämlich noch so ein zwei Änderungen vornehmen. Irgendwann lies meine Konzentration nach… „Svenja, habe ich das richtig verstanden, dass…?“, „Svenja, ich mach das jetzt so und so, oder?“ Die Arme! Das ganze hoch 9! 🙂 🙂 🙂

Und gerade als ich dann wieder in voller Konzentration war, meinte sie zu meiner selbstgenähten Legging die ich an hatte: „Da musst du vorne im Schritt aber noch mal ran.“ ??? Ich brauchte eine Weile bis ich verstand was sie meinte. Somit habe ich also noch eine Schnittberatung direkt am Leib bekommen 🙂

Nachdem nun alle Unklarheiten geklärt waren konnte ich mich an meine elastische Bootcuthose wagen. Der tolle Hosenhelden-Stoff in dunkelblau wurde angeschnitten! Saubequem, schön stretchig und sieht aus wie eine echte ganz dunkelblaue Jeans.IMG_20180527_170600 mLDie nächste werde ich dann mit gelbgoldenen Garn absteppen und auch einen Fake-Reißverschluss drauf nähen. Vielleicht auch Eingrifftaschen vorne…

Wir haben noch über die perfekte Plazierung der Hosentaschen hinten gesprochen: wie hoch, wo hin, wie groß? Bei zwei anderen Kursteilnehmern haben wir das auch gemacht und die Tasche einfach auf den Po aufgezeichnet. Man konnte gleich die Wirkung sehen. Das war echt beeindruckend. Hier ist Svenja am Werk:IMG_20180527_105056 mLHier noch zwei Fotos meiner finalen Hose Nr. 3 aus elastischem Jeansstoff. Ich muss sie unten noch säumen:

Zwischendurch rief Svenja uns immer zusammen, wenn gerade ein spezielles Problem auftauchte, was uns alle interessieren könnte. Schnittmuster anpassen bei bestimmten Problemstellungen, das Schnittmuster für den Mann, mögliche Fehlerquelle am Schnitt und deren Behebung… Wahnsinnig viel Infos auf einmal.

Mein Fazit: super Wochenende! Die Videokurse gefallen mir ja schon sehr gut und sind sehr informativ und erklärend. Aber so vor Ort mit Svenja und anderen macht es viel mehr Spaß als alleine vorm Laptop zu sitzen. Man kann einfach nachfragen und muss nicht erst überlegen wo an welcher Stelle im Video Svenja was dazu gesagt hat. Also: es lohnt sich! Und dazu mal ein Wochenende Kinderfrei und lecker Essen!

Aber auch die Onlinevideos sind super: in kurze Happen unterteilt, so dass man Schritt für Schritt vorgehen kann. Wenn man möchte kann man das nächste Video einfach überspringen, zum Beispiel wenn man an seiner Probehose keinen „Katzenbart“ hat, braucht man sich die Behebung dieses Fehlers auch nicht angucken. Ich bin schon sehr gespannt auf die Aufbaukurse: ich habe soviele Ideen, was für tolle Hosen ich mir jetzt nähen kann! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. 🙂

Eure Charla

Ein Sohn-T-Shirt habe ich noch!

Ein T-Shirt für den Sohn habe ich noch. Das wollte ich Euch „alleine“ zeigen, ohne ein „Konkurrenz-T-Shirt“ in dem Beitrag. Mit Tragefotos. Es fällt etwas aus dem Rahmen und gehört wieder unter die Rubrik „zum ersten Mal gemacht“.

Ich habe num ersten Mal ein Bügelbild aufgebügelt – und dann gleich so ein großes! Ein kleines Velourbügelbild hatte ich hier mal verwendet. Applikationen, die man aufbügelt und die ich dann sicherheitshalber noch festgesteppt habe, habe ich auch schon das ein oder andere gemacht. Reflektorfolie zum Aufbügeln habe ich bereits verwendet, das ist am ehesten vergleichbar mit diesem Bügelbild.

Der Löwe ist von Trolinum und ist im Durchmesser 23 cm. Also riesig! Ich habe extra noch einmal nach gefragt, ob ich beim Aufbügeln und Waschen etwas beachten soll. Meine Sorge war, dass es an den Rändern leicht abgeht. Ich habe umgehend Antwort bekommen (Danke schön dafür!) mit genauer Anleitung: mit Backpapier dazwischen aufbügeln, 8-10 Sekunden bei Stufe 2 oder höher (je nach Bügeleisen), dann schnell die Folie abziehen. Evtl. noch mal mit Backpapier dazwischen bügeln und auch noch von hinten. Dann kann nichts mehr schief gehen. Beim Waschen auf Links drehen und nicht in den Trockner. Eine hat mir geschrieben, sie habe das gleiche Motiv verwendet und das T-Shirt habe schon mindesten 15 Wäschen unbeschadet überstanden! Also: alles super!

Ich habe etwas hin und her überlegt: nehme ich den hellblau/türkisenen Stoff oder den dunklen petrolfarbenen? Beide passen ja prima zu den hellblau/türkisenen Flächen in dem Löwen. Da ich für meinen Sohn am Hals immer Bündchenstoff verwende und ich – als ich in meiner Bündchenkiste rumkramte – feststellte, dass ich gestreiftes Bündchen in genau den beiden Farben hatte, stand fest: ich nehme beide! Ich finde die Kombi total gelungen und hätte liebend gerne meine neue Cover eingeweiht, dass hätte doch bestimmt noch besser ausgesehen, oder? An den Säumen und am Hals Covernähte im Kontrastgarn? Aber sie ist ganz neu und ich habe sie erst einmal getestet. Ich habe noch keine Ziernähte damit genäht, nur gesäumt, und ich hatte kein passendes Garn. Also: keine Covernähte. Wird dann wieder ein Extrabeitrag.

Eure Charla

Verlinkt bei madeforboys und Kiddikram Mai 2018

… und doch noch mehr T-Shirts für den Sohn

Letzte Woche kam ich nicht dazu, Wäsche zu waschen. Christi Himmelfahrt – Feiertag – war verplant, der Freitag dann schulfrei. Ich wurde krank und die Tage am Anfang der Woche hatte ich irgendwie nicht dran gedacht. Ergebnis: die vier neuen selbstgenähten Shirts aus diesem und diesem Beitrag für meinem Sohn lagen schon längst in der Wäsche und er musste die alten Shirts vom letzten – teilweise vom vorletzten Jahr – anziehen. Ich hatte gedacht, die wären noch okay, zumindest drei davon. Waren im letzten Jahr noch recht groß… Mit sieben Shirts müsste er eigentlich hin kommen, hatte ich mir so gedacht.

Aber weit gefehlt! 🙂 🙂 🙂 Wurst in der Pelle. Abends kam er zu mir, ich solle ihm helfen, aus dem T-Shirt zu kommen. Alleine schaffte er es nicht. 🙂 🙂 🙂

Also auf die Schnelle ein paar Shirts genäht. Das alt bewährte Schnittmuster für ihn, den „Paul“ von Pattydoo. Geklebt und ausgeschnitten ist es ja schon längst, also nur schnell Stoff raus suchen, Kombistoff für die Ärmel und passendes Bündchen für den Hals. Ein paar Nähte schließen, fertig.

Zwei davon zeige ich Euch hier.

Den Pfeil-Stoff von enemenemeins (Lillestoff) habe ich schon länger hier liegen, der SUSAlabim-Stoff „Baustellenfahrzeuge“ ist recht neu. Ich wählte hier dezent den grauen Stoff für die Ärmel, rot oder blau fand ich zu krass – er wird bald sieben… Lieber etwas schlichter und einfacher.

Eure Charla, die gestern vergessen hat, Fotos von der Tochter zu machen. Und nun ist das neue Shirt in der Wäsche…

Verlinkt bei LilleLiebLinks #19/2018 , madeforboys, Ich-näh-Bio #43 und Biostoff-Linkparty #05/2018

Noch ein „Lieschen“

Wenn man einmal angefangen hat, kann man mit der „Lieschen“-Produktion nicht mehr aufhören. Es lässt sich zügig nähen, man kann es unterschiedlich varieren und es sieht anders aus als eine normale Tunika. Das Freebie findet ihr in der A.J. ’s DIY Gruppe auf FB, und ist von „A.J.’s inspired & Glücksklee Kreativblog“. In der Gruppe werden jeden Tag ca. 10 neue Lieschen gepostet – oder so. Vielleicht übertreibe ich etwas 🙂 .

 

Ich habe euch mein erstes Lieschen vor ein paar Tagen in diesem Beitrag gezeigt. Nun ist Nr. 2 fertig. Das Bündchen unten habe ich diesmal aus doppelt gelegten Jersey in insgesamt 8 cm Breite genäht – im Schnittmuster ist 10 cm angegeben, aber das finde ich zu breit. Es soll, so wie ich es auch gemacht habe, ohne Dehnung angenäht werden, aber ich finde, ein bißchen Dehnung hätte es gebrauchen können. Nur minimal, sonst wäre es zu ballonförmig, nur ein bißchen. Aber so geht es auch. Hier ein paar Detailaufnahmen vom Bündchen und dem Dreieck vorne:

 

Am Ausschnitt hätte das Bündchen auch etwas enger gekonnt, aber nun gut. Es bleibt jetzt alles so – ist schon alles festgesteppt 🙂 .

Der Stoff – wie so oft bei mir (das kommt davon, wenn man in der Nähe vom Lagerverkauf wohnt) – ein Lillestoff. „Sommarlov“ und für die Rückseite und das kleine Dreieck vorne „Sommarlov Blooma“ von Kluntjebunt. Auch der schwarz-weiße Ringeljersey ist von Lillestoff. Ich finde die Ringelstoffe von Lillestoff so schön, weil die so schön breit gestreift sind.

 

Für die passende Ringellegging habe ich mir einen neuen Schnitt ausgesucht: diese Legging ist von Smalino und heißt „Smari“. Sie ist insgesamt weiter geschnitten als „Lilly“ von Pattydoo und hat am Popo mehr Stoff. Meine Tochter hat zwar schlanke Beine, aber an Popo und Hüfte ist mehr dran. Da war die „Lilly“ einfach zu knapp. Oben rum ist die Hose etwas zu hoch, das habe ich nun am Schnittmuster geändert, aber ansonsten gefällt sie mir super.

Die Fotos sind beim Fussballspielen mit dem Bruder entstanden, daher zum Teil etwas unscharf. Ich wollte nicht stören, weil Tochter so selten mit ihrem Bruder Fussball spielt. Und ich konnte nicht nach dem Fussball spielen warten, weil ich mir nicht sicher war, ob das Outfit das Spiel sauber überstehen würde. Ein Fleck war vom Frühstück schon drauf. Geht euch das auch so: pro Tag ein Outfit?

Eure Charla, die schon ein ganzes Stück von der „Tocher-Sommerklamotten-Produktion“ geschafft hat (siehe diesen Beitrag).

Verlinkt bei Made4Girls Mai 2018, Kiddikram Mai 2018, Ich-näh-Bio # 43, Biostoff-Linkparty 05/18 und LilleLiebLinks #19/2018

Tochterkleid – mal etwas „niedlicher“ als sonst üblich bei uns

Als ich die ganzen Designbeispiele für die Tunika „Lieschen“, die ich euch in diesem Beitrag gezeigt habe, gesehen habe, bin ich auf den Geschmack von Spitzen und Rüschen gekommen. Eigentlich ist das nicht so unser Ding: ich finde es manchmal zuviel des Ganzen und meine Tochter ist eher der „schlichte Klomotten-Typ“. Aber so ein niedliches, gehübschtes Kleidchen mit ein bißchen Brimborium muss auch mal sein…

Als Schnittmuster hatte ich schon die „Luise Kinder“ von Fadenkäfer vor einiger Zeit gekauft. Ich fand, meiner Tochter stand das „Lieblingskleid“ von Fred von Soho so gut – siehe diesen Beitrag. Die „Luise“ ist vom Schnitt ja ähnlich, nur das Rockteil ist anders.

Dazu wählte ich den niedlichen „Wachgeküsst Kombistoff“ von Lillestoff wieder einmal von Susalabim, ich kann einfach nicht anders. Ab wann ist man süchtig? Und dazu dann eine Häkelborte am Shirtsaum und ein Rüschengummi am Halsauschnitt und an den Ärmeln.

Hach, wenn schon – denn schon. Also kam an die beiden Volants auch noch ordentlich gedehnter Rollsaum dran. Hier habe ich aber etwas übertrieben finde ich jetzt. Etwas weniger gedehnt hätte der Rollsaum auch gut ausgesehen 🙂 .

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Schön finde ich an dem Kleid, dass die obere Stofflage über den oberen Volant drüberliegt – dieser also nicht einfach dran genäht ist. Dadurch sieht es ein bißchen aus wie Rock und langes Shirt. Leider klappt hier die Häkelborte immer hoch, die muss ich dann doch noch feststeppen.

Das Kleid ist lang genug, so dass meine Tochter es ohne Legging einfach nur als Kleid anziehen kann. Aber noch ist sie nicht so weit. Sie kann nicht gleich von „dick eingepackt“ auf „ganz viel nackte Haut“ umsteigen. Morgens wenn sie aus dem Haus geht hat sie jetzt immer eine dünne Jerseyjacke im Strickjackenstil drüber. Für ganz ohne ist es da noch zu kühl. Und mittags, wenn sie nach Hause kommt, hat sie die Jacke immer noch an 🙂 🙂 🙂 Alle anderen Kinder schleppen die Jacken dann über dem Arm oder in den Ranzen gestopft nach Hause…

Also hat sie auf den Fotos die dunkelblaue Legging vom letzten Beitrag an – frisch geflickt am Popo 🙂 .

Eure Charla

Verlinkt bei creadienstag #330, made4Girls Mai 2018, Kiddikram Mai 2018 , Ich-näh-Bio #43, Biostoff-Linkparty 05/18 und LilleLiebLinks #18/18

Tunika mit passenden Leggings

Die Fließbandproduktion hat begonnen – Tochterklamotten müssen her. Neben Jeans und T-Shirts zieht sie am liebsten längere Shirts und Tuniken mit Legging darunter an – oder ich ihr 🙂 . Obwohl sie schon 9 Jahre alt ist, ist es ihr relativ egal was sie trägt. Also lege ich ihr abends immer die Anziehsachen hin und fertig ist das Ganze. Schön entspannt. Ihm Gegensatz zum Bruder, der mit fast 7 Jahren sehr bestimmt sagt, was er anziehen will und was nicht. Aber das hat er schon mit 4 Monaten gemacht 🙂

Hier zeige ich Euch als erstes eine Tunika, die ich momentan in sämtlichen Varianten sehe. Es ist ein Freebook von A. J. ’s inspired und nennt sich „Lieschen“.

Wer oder was jetzt alles genau hinter dem Namen steckt weiß ich gar nicht, aber es gibt die „A. J. s DIY Gruppe“ bei FB und dort sammeln sich alle Fans. Und dort gibt es auch das Freebook in den Dateien.

Der Clou an der Tunika ist vorne die Überlappung und das breite Bündchen – das ich hier als Rollsaum aus Jersey genäht habe. Man kann aber auch einen 5 cm breiten Bündchenstreifen annähen, oder breite oder dünne Spitze. An den Ärmeln kann man kleine Flügelärmel dran machen, oder kurze Ärmel oder lange. Es gibt eine Unterteilung an der Brust, wo man noch einmal hübsch mit Spitze oder Rüschen spielen kann – ich habe beides hier weg gelassen.

Ihr seht: ganz viel Gestaltungsspielraum. Leider ist das Schnittmuster nur bis Größe 134, aber ich habe es selber auf 140 hoch gradiert. War recht einfach, weil die Vorlage entsprechend war – ich meine damit, dass sich die Linien der einzelnen Größen im Schnittmuster nicht oder kaum überschneiden.

Der Stoff „Elfenwelt“ ist von Susalabim (Lillestoff) und sind Reste von diesem Pulli. Daher hatte ich auch nur noch Stoff für die Vorderseite. Aber da der Stoff „Buntstiftstreifen“ gerade neu aufgelegt worden ist und diese immer perfekt von den Farben zu den Motivstoffen von Susalabim passen habe ich schnell davon ein Stück beim Lagerverkauf geholt.

Tja, und dann die Frage: wie mache ich das Bündchen? Wie gestalte ich „das gewisse Etwas“ von diesem tollen Schnitt? Breit in rot? Breit in dunkelblau? Das gestreifte Bündchen vom Pulli fiel wegen der Buntstiftstreifen flach. Wenn meine Tochter eine rote Legging dazu trägt, sieht es doof aus, wenn das Bündchen in rot ist. Bei dunkelblauer Legging darf das Bündchen nicht blau sein. Da fällt ja dann der Übergang nicht richtig auf. Breite Spitze? Mhm… bin ich nicht wirklich der Typ für. Aber Rollsaum liebe ich jetzt – das sieht bestimmt toll aus, wennn da ein Jerseystreifen mit Rollsaum dran kommt. Aber welcher Stoff? Ich kramte in meinen Schubladen und buddelte in meinem Stoffregal – und fand den Kombinstoff, den ich letzten Sommer für dieses Kleid verwendet hatte. Passt perfekt! Saum und Ärmel damit gestaltet, damit sich der Stoff irgendwo noch einmal wiederholt.

Passend dazu gibt es zwei Leggings: eine in rot, eine in dunkelblau. Schnitt „Lilly“ von Pattydoo, aber ein bißchen auf meine Tochter angepasst, in Größe 140 (oder „P“ wie es bei Pattydoo heißt). So ganz perfekt am Popo passt sie immer noch nicht, da muss ich noch ein bißchen mehr anpassen. Aber tragen kann sie diese beide Leggings auf jeden Fall.

Und was soll ich sagen? Die dunkelblaue wurde gestern zum ersten Mal getragen. Tochter kletterte auf einen Baum, blieb hängen und zack – ein schöner Winkelriss am Popo! Grummel grummel … der wird aber einfach nur geflickt, fertig. Die Hose wird weiter getragen, wo kommen wir denn sonst hin?

Eure Charla, die noch einmal lila und zweimal Streifenstoff kaufen muss, damit die passenden Leggings zu den folgenden Kombinationen genäht werden können.

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