Zorian: meine erste gefütterte Winterjacke!

Holla die Waldfee – das Teil hat Nerven gekostet! Dabei stand gleich als erstes in dem Beitrag „eine richtig dicke kuschelige Winterjacke selber nähen“ von Farbenmix, an den ich mich im Wesentlichen orientiert habe: „eine Winterjacke selber nähen ist nicht schwer!“ Nun ja – ich habe zum Schluss nur noch getrickst, geschoben, gepfuscht was das Zeug hält. Aber psst!!! Das weiß ja keiner 🙂 . Und jetzt: uff, fertig! Gott sei Dank!

Noch einmal ein kleiner Rückblick: diese Winterjacke „Zorian“ von Farbenmix habe ich im Rahmen des Herbstkind Sew Along 2017 von Klararabella begonnen und den Werdegang schon in zwei Beiträgen (hier und hier) aufgezeigt. Wegen Krankheit habe ich das Finale verpasst – und hätte da auch noch gar keine Winterjacke zeigen können, nur Einzelstücke. Nun präsentiere ich euch die fertige Jacke in diesem Beitrag ganz exklusiv!Ich Blödian musste natürlich meine erste gefütterte Winterjacke, mit Teddylüsch und Thinsulate als Zwischenlage, auch noch von oben bis unten besticken und betüddeln und mit Reflektorfolie bebügeln und Webband aufnähen. Er soll doch im Dunklen schön leuchten:Dabei hatte ich die ganze Zeit gedacht: die Jacke wird zu eng! Und habe dann stundenlang gestickt und betüddelt… anstatt erst einmal ein einfaches Modell zu testen. Oh Mann, wenn sie nun wirklich zu eng geworden wäre!! ??

Ich habe mit dem Zusammennähen der Außenjacke begonnen – und dabei spontan die glorreiche Idee gehabt, meine extrabreite Nahtzugabe von 1,5 cm nur 0,7 cm breit zu nähen – damit die Jacke ja nicht zu eng wird! Ja, ich weiß, so etwas macht man nicht! Tja, am Kragen hat es sich dann auch gerächt: plötzlich war das Kragenschnittteil nicht lang genug. Also neu zuschneiden, ca. 6 cm länger… Irgendwie an die Jacke genäht – ob der Bogen nun richtig ist oder nicht, war egal, Hauptsache dran. Sieht ja keiner! 🙂 Jetzt hat die Kapuze unten eine schöne lange Lasche zum Zuknpfen:Als nächstes dann die Innenjackenschnittteile mit den Schnittteilen aus Vlies verbinden und als ein Stück weiter vernähen. Okay. Meine Overlock streikte: zu dick! Also brav mit der Nähmaschine zusammen genäht. Hier habe ich mehr Nahtzugabe dazu gegeben, damit die dicke Innenjacke auch in die Außenjacke rein passt. Nahtzugabe umgeklappt und abgesteppt. Versäubert habe ich nicht: erstens liegt alles Innen und zweitens habe ich ja noch abgesteppt.

Die Ärmel sind aus glattem Steppstoff, damit die Arme schön rein flutschen. Diese habe ich auch noch einmal mit Vlies gefüttert – lange habe ich überlegt, ob das nicht zu dick wird, aber zu dünne Ärmel an einer Winterjacke sind ja auch doof! Außderm ist das ja ein Winterjackenschnitt der extra weit ausfällt, damit sie eben schön gefüttert werden kann. So. Also. Rein mit dem Vlies, zusammen genäht, fertig.

Das Wenden war dann auch wieder ein Kapitel für sich: ich habe wohl die Wendeöffnung etwas knapp bemessen. Quetscht, stopf, irgendwie muss das doch passen…... und tatata da: plötzlich lag eine Winterjacke mit kuscheligem Teddyplüsch vor mir! Mein Sohn wollte sie natürlich sofort anprobieren, jetzt so wie sie war ohne Ärmelbündchen. Auch gut, dann konnte ich gleich mal die Länge der Ärmel abmessen.

Jacke an – Sohn nicht mehr gefunden! 🙂 🙂 🙂 Er verschwandt total in der Jacke. Und ich hatte Sorge, sie wäre zu klein!!! Hihi, wie kam ich denn auf so etwas 🙂 🙂 🙂
„Ein bißchen groß ist die Jacke aber schon, Mama!“
Nun ja, dann passt sie im nächsten Winter auch noch!Ärmel waren dafür perfekt – er hat lange Arme. Schnell noch Bündchen einnähen – noch einmal durchlesen, wie das geht und dann hat es erstaunlicherweise gut geklappt.

Jacke fertig.
Fehlte nur noch die Kapuze.
Ein Tag später.
Zwei Tage später.
Eine Woche verging.
„Mama, wann nähst du denn meine Kapuze?“
Grmpf.

Ich hatte irgendwie keine Lust mehr, die Jacke fertig zu machen! Geht euch das auch manchmal so? Man macht sich voller Elan ans Werk, überlegt, macht und tut – und dann wirds bei der Umsetzung holperig, irgendetwas ist nicht so ganz richtig, so super toll gefällt einem dann das entstehende Werk doch nicht … und dann ist die Luft raus.

Okay, so geht das ja nicht, blockiert mich total so ein unfertiges Stück hier liegen zu haben. Also ratz fatz Kapuze fertig nähen, Druckknöpfe anbringen und nun ist meine erste gefütterte Winterjacke wirklich komplett und total FERTIG!

Noch zwei Anmerkungen:
Erstens: das Bündchen unten am Saum wird auf „interessante“ Art angebracht: am Ende rund geschnitten und ein paar Zentimeter vom Reißverschluss beginnend angenäht. Wie das aussieht seht ihr auf diesem Foto:Das Ergebnis ist, dass das Bündchen nach innen umklappt, die Jacke daher von unten etwas luftdicht ist und daher eine sehr praktische Lösung. Um den Effekt richtig gut zu haben, hätte ich das Bündchen noch enger nähen können:Und zweitens: diesen Beitrag habe ich bis hierhin schon vor 6 Wochen geschrieben. Ich hatte einfach keine schönen Fotos bekommen: er trägt die Jacke jetzt oft – aber erst seit 2 Wochen oder so. Vorher war sie einfach noch viel zu warm! Und wenn er sie dann anhatte, konnte ich keine Fotos machen, weil er den Schulranzen aufhatte. Daher kann ich euch jetzt folgende Tipps geben:

  1. Outdoorstoff, Thinsulate und Teddystoff ist wirklich sehr warm, Temperaturen um die 0 Grad und etwas drunter übersteht er damit locker. Nicht geeignet für um die 7 Grad / 8 Grad mit Rumrennen auf dem Schulhof .
  2. Reflektorfolie auf Outdoorstoff hält auch trotz aufbügeln nicht wirklich gut. An mehreren Stellen ist die Folie eingerissen und dann auch abgerissen. Ich hatte sie ja extra noch festgenäht, aber eingerissen ist sie trotzdem.
  3. An einer Winterjacke braucht man eine Öse, an die man die Handschuhe festhaken kann. Die Öse habe ich nachträglich angebracht – zum Glück waren die Taschen dafür perfekt geschnitten.Hier zwei Fotos, leider kann man nur schlecht erkennen wie es gemeint ist:
  4. Und eine Winterjacke braucht ganz große Taschen, wo man die Mütze reinstecken kann ohne dass diese rausfällt.
  5. Druckknöpfe an Kapuzen sind doof. Beim Fangen und Fußballspielen geht die Kapuze immer ab, weil irgendjemand dran zieht. Daher wollte mein Sohn die Jacke kurzzeitig auch nicht mehr anziehen – so ohne Kapuze war doof. Daher habe ich sie nachträglich festgenäht – man sieht hier die Naht über den Druckknöpfen. Viel besser!

Eure Charla

Verlinkt bei Kiddikram Dezember 2017, Made4Boys Dezember 2017, Handmade on Tuesday #130 und creadienstag #309

4 Gedanken zu “Zorian: meine erste gefütterte Winterjacke!

  1. Hallo liebe Ingrid. Danke schön. Ja, die Jacke war hartnäckig, aber letztendlich wusste sie, dass mein Sohn sie endlich haben wollte und daher hat sie dann klein beigegeben. 🙂
    lg Charla

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  2. Ein wahnsinnig tolles Stück hast du da genäht! Ich kenne das sehr gut, dass man Sachen anfängt und dann kurz vor Schluss keine Lust bzw. keinen richtigen Elan mehr hat. Deswegen liegen hier auch so viele UFOs rum … 🙂 Aber sei stolz auf dich, dass du dich überwunden und die tolle Jacke fertig genäht hast.

    LG Heike

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