Zweieinhalb Hosen für mich an einem Wochenende!

Ich habe am vergangenen Wochenende in Hamburg den Workshop „Grundkurs Hose“ mit Svenja Köhler mitgemacht. Ihr kennt Svenja nicht? Hier, das ist sie: beim Frühstück am Sonntagmorgen 🙂

IMG_20180527_083649 mLNun gut, eigentlich wollte ich die Schilder fotografieren. Man bestellte am Tresen frisches Omlett oder Rührei, selbst zusammen gestellt mir kleingeschnittenen Pilzen, Schinken, Tomaten, Paprika, Zwiebel, Lauch und/oder geriebenen Käse und bekam ein Schildchen mit. Mein Omlett wurde dann an den Tisch gebracht – super lecker und schön heiß. Die Location für den Workshop war schon mal perfekt ausgesucht.

Ihr solltet bei kaidso-onlinekurse.de gucken, da könnt ihr euch Svenja in ihren Videokursen ganz oft angucken 🙂 . Über Facebook bin ich auf ihre Kurse gestoßen und fand sie gleich ganz toll. Anhand der eigenen Maße sich selber Kleidung schneidern und von einer Fachfrau erklärt bekommen wie es geht. Klasse!

Und dann auch noch Hosen nähen. Mal ehrlich: wer traut sich daran, eine perfekte Hose für sich zu nähen! Das ist doch immer irgendwie der Angstgegner, oder? So ganz besiegt habe ich ihn noch nicht, schließlich habe ich gerade erst den „Grundkurs Hose“ hinter mir. Online gibt es dann noch Aufbaukurse zu festem Bund, Reißverschluss, Taschen… das alles schafft man dann nicht an einem Wochenende.

Hier in dem Grundkurs war das Ziel für jede Teilnehmerin den perfekten Hosenschnitt für ihre Maße und Körperformen zu finden. Und gerade in unserem Kurs mit 9 Teilnehmerinnen hat man gesehen, wie unterschiedlich gebaut wird doch alle sind. Svenja meinte auch, in diesem Kurs sei das sehr deutlich geworden: ganz schmale Taille bei breiterer Hüfte, starkes Hohlkreuz mit gewölbten Po (das bin ich), breitere Hüfte als breiteste Stelle vom Gesäß, mehr Bauch, mehr Po, flacher Po… wie bitte sollen denn da überhaupt Kaufhosen passen? Bei mir zum Beispiel stehen Kaufhosen hinten im Rücken immer wegen des Hohlkreuzes ab, in der Taille sind die Hosen immer zu weit, weswegen ich einen Gürtel tragen muss um die Hosen zusammen zu zurren. Und dann habe ich so ein Geknautsche in der Taille. Doof!

Zum Workshop gab es vorab den Onlinekurs dazu, aber ich glaube, den hatten wir alle schon vorher. Wir sollten uns die Kursinhalte vorher anschauen, damit wir gleich ins Eingemachte starten konnten. Praktischerweise waren wir alle auf dem gleichen Level, zwei waren schon einen Schritt weiter. So mussten keine Grundlagen wiederholt werden.

Zwei von uns mussten noch vermessen werden – mit Hilfe der anderen ging das ruckzuck. Und dann: Stifte raus, Schnittmusterpapier raus und Schnittmuster erstellen! Ja, Frau Lehrerin!

Öhm… ???

Jaaa, war im Video alles prima erklärt, hätte man auch alleine hinbekommen mit Zurückspulen und nochmal angucken. Aber so vor Ort, mit anderen und Svenja dabei, ging es doch schneller. Wir standen zu zweit am Tisch und meine Mitstreiterin war schon fast fertig mit Zeichnen. „Hier kommt doch der und der Wert hin, oder?“ und „Hier muss ich ’ne Linie ziehen, oder?“ konnte ich sie dann fragen. Zu Hause hätte ich definitiv mehr Zeit gebraucht und so eine Rückversicherung, ob es denn nun richtig ist, ist sehr sehr hilfreich. Die besagte Mitstreiterin stand zum Beispiel mit der Nahtzugabe auf dem Kriegsfuss! Nachdem wir sie an dem Wochenende zweimal beim Zuschneiden dran erinnern mussten nahm sie sich einen dicken roten Stift und schrieb in Großbuchstaben auf ihr Schnittmuster „NAHTZUGABE MIT AUSSCHNEIDEN!“ Das Schnittmuster konnte dann definitiv nicht mehr vertauscht werden…

Eine andere Mitstreiterin gab uns vorher den Tipp, beim Möbelschweden für 2,00 € einfachen dünnen Baumwollstoff für die erste Probehose zu kaufen. Ich bekam ein Stück im Tausch gegen meinen mitgebrachten Probestoff ab. So liefen wir dann also alle in unseren hellen Probehosen durch die Gegend… schön abgesteckt auf unsere Maße 🙂

Nichts zwickt, kneift, wirft komische Falten oder sonst was. Einfach klasse.
Das war meine Hose Nummer 1.

Am Ende des ersten Tages stand mein Grundschnittmuster. Feierabend!

IMG_20180526_180017 mL

Meine erse richtige Hose schnitt ich dann am nächsten Tag aus unelastischem Jeansstoff zu. Eine Bootcut wollte ich haben. Leider leider habe ich mich beim Zuschneiden in der Höhe etwas vertan, so dass die Hose dann im Rücken zu niedrig war. Vorne war sie super:IMG_20180527_103058_Bokeh mL
Aber die „Hosenexpertin“ Svenja wusste Rat: „Mach einen Sattel dran! Schneide noch mehr ab und mach es dann so und so.“ Gesagt getan, alles soweit fertig. Fehlt noch der Bund, aber das kriege ich auch zu Hause hin. Mir fehlte der passende Stoff, und ich hatte mir überlegt, aus dieser Hose gleich eine richtige Jeanshose zu machen, so mit abgesteppten Nähten und Taschen. Das ist ein bißchen Arbeit, die Zeit kostet – und die kostbare Zeit beim Workshop wollte ich dafür nicht opfern.

Also: Hose Nr. 2 nur halb fertig. Ihr werdet das fertige Exemplar auch bald hier auf meinem Blog sehen.

Schließlich wollte ich auch noch ein Schnittmuster für elastischen Stoff erstellen. Da muss man nämlich noch so ein zwei Änderungen vornehmen. Irgendwann lies meine Konzentration nach… „Svenja, habe ich das richtig verstanden, dass…?“, „Svenja, ich mach das jetzt so und so, oder?“ Die Arme! Das ganze hoch 9! 🙂 🙂 🙂

Und gerade als ich dann wieder in voller Konzentration war, meinte sie zu meiner selbstgenähten Legging die ich an hatte: „Da musst du vorne im Schritt aber noch mal ran.“ ??? Ich brauchte eine Weile bis ich verstand was sie meinte. Somit habe ich also noch eine Schnittberatung direkt am Leib bekommen 🙂

Nachdem nun alle Unklarheiten geklärt waren konnte ich mich an meine elastische Bootcuthose wagen. Der tolle Hosenhelden-Stoff in dunkelblau wurde angeschnitten! Saubequem, schön stretchig und sieht aus wie eine echte ganz dunkelblaue Jeans.IMG_20180527_170600 mLDie nächste werde ich dann mit gelbgoldenen Garn absteppen und auch einen Fake-Reißverschluss drauf nähen. Vielleicht auch Eingrifftaschen vorne…

Wir haben noch über die perfekte Plazierung der Hosentaschen hinten gesprochen: wie hoch, wo hin, wie groß? Bei zwei anderen Kursteilnehmern haben wir das auch gemacht und die Tasche einfach auf den Po aufgezeichnet. Man konnte gleich die Wirkung sehen. Das war echt beeindruckend. Hier ist Svenja am Werk:IMG_20180527_105056 mLHier noch zwei Fotos meiner finalen Hose Nr. 3 aus elastischem Jeansstoff. Ich muss sie unten noch säumen:

Zwischendurch rief Svenja uns immer zusammen, wenn gerade ein spezielles Problem auftauchte, was uns alle interessieren könnte. Schnittmuster anpassen bei bestimmten Problemstellungen, das Schnittmuster für den Mann, mögliche Fehlerquelle am Schnitt und deren Behebung… Wahnsinnig viel Infos auf einmal.

Mein Fazit: super Wochenende! Die Videokurse gefallen mir ja schon sehr gut und sind sehr informativ und erklärend. Aber so vor Ort mit Svenja und anderen macht es viel mehr Spaß als alleine vorm Laptop zu sitzen. Man kann einfach nachfragen und muss nicht erst überlegen wo an welcher Stelle im Video Svenja was dazu gesagt hat. Also: es lohnt sich! Und dazu mal ein Wochenende Kinderfrei und lecker Essen!

Aber auch die Onlinevideos sind super: in kurze Happen unterteilt, so dass man Schritt für Schritt vorgehen kann. Wenn man möchte kann man das nächste Video einfach überspringen, zum Beispiel wenn man an seiner Probehose keinen „Katzenbart“ hat, braucht man sich die Behebung dieses Fehlers auch nicht angucken. Ich bin schon sehr gespannt auf die Aufbaukurse: ich habe soviele Ideen, was für tolle Hosen ich mir jetzt nähen kann! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. 🙂

Eure Charla

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