Weihnachtsgeschenk für meine Patensohn

Weiter geht es mit den Weihnachtsgeschenken – auch wenn wir schon wieder Mitte Januar haben. Das geht immer so schnell!

Dass er wieder einen Pulli von mir bekommt war klar (nicht nur, das ist auch klar 🙂 ) – er und seine Mama sind meine treuesten Fans. Aber nun mit 10 Jahren wird es langsam schwieriger… Wenn mein Sohn mit 7 Jahren schon nur schwarz-grau-gedeckte-ja-nicht-bunte-und-auf-jeden-Fall-coole Pullis haben will, wird es bei ihm ja bestimmt ähnlich sein. Weihnachten 2017 hatte ich ihm diesen Pulli genäht – der war aus Fleece und wohl zu dick. Mein Patensohn ist eher einer dem es schnell zu warm wird. Also wählte ich einen leichten Strickstoff, den ich noch von meinem oversizeSHO!odie übrig hatte.

Welches Schnittmuster sollte ich nehmen? Wieder einen Herzbuben? Nee, mal was anderes. Ich wählte aus der Ottobre 4/2018 den Hoodie „Flames“ – vielleicht weil der mit den Flammen so cool aussah? Aber wohl eher, weil dieser erste Pulli, dem ich ihm nähte, auch so eine Astronautenkapuze hatte und er die damals total klasse fand.

Was ich an dem Schnitt total klasse finde: die Ärmel bestehen jeweils aus zwei Teile: einem Schnittteil „Vorderseite Ärmel“ und einem Schnittteil „Hinterseite Ärmel“. Bei vielen Raglanschnitten gibt es diese Unterteilung nicht und mir gefallen Raglanpullis oft nicht, weil die Schultern so runtergezogen werden. Nun weiß ich, dass es auch an den Schnittmustern lag: dadurch dass hier die Ärmel zweigeteilt sind, sind die Schultern schön rund ausgeformt – nichts plattes was runter gezogen wird. Einfach genial.

Aber genau das war mein Verhängnis… Ich schneide generell in doppelter Stofflage zu. Hier also auch. In doppelter Stofflage die „Vorderseite Ärmel“ und in doppelter Stofflage das „Hinterteil Ärmel“. Und lies beide Stoffstapel so liegen. Ich nähte dann also fröhlich die Bauchtasche auf, bereitete die Kapuze vor und kam dann zu den Ärmeln… Ich schnappte mir den einen Haufen und nähte oben die Naht zusammen, dann schnappte ich mir den anderen und nähte die Naht oben zusammen. Beide Nähte schön abgesteppt.

Dann wollte ich die Ärmel an das Vorderteil des Pullis stecken. Mhm… wo ist denn der Einschnitt was nach vorne kommt? Hä??? Warum ist der denn auf beiden Seiten??? Waren hinten zwei Klipse und ich habe nur einen geschnitten? Noch mal im Schnittmuster nach geguckt – nee, daran lag es nicht. Ich nahm mir den anderen Ärmel…mhm, gar kein Einschnitt… ??? Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: ich hatte Vorderteil an Vorderteil genäht und Hinterteil an Hinterteil. 🙂 🙂 🙂

Tja, was nun? Auftrennen war unmöglich. Alles schön abgesteppt, grauer Faden auf grauen Stoff, dazu dieser grobe Strickstoff – keine Chance. Ärmel komplett neu zuschneiden ging auch nicht, da ich absolut keinen Stoff mehr übrig hatte – es war so schon schwer genug gewesen, alle Schnittteile zusammen zu bekommen. Ich hatte dunkelgrauen Sweat der passte da er genau den gleichen Farbton hatte wie der Jersey den ich für die Innenkapuze verwendet habe. Aber davon hatte ich nur 50 cm – die ganzen Ärmel kriegte ich da auch nicht raus. Oh Mann, ich wusste nicht weiter und ging dann erst einmal schlafen.

In der Nacht hatte ich dann die Eingebung – wie so oft. Wenn ich ein Problem habe, schlafe ich eine Nacht drüber und am nächsten Tag ist alles nicht mehr so schlimm. So auch hier. Ich nahm mir beide falsch genähten Ärmel und die jeweiligen Schnittteile zur Hand. Und stellte fest, dass das vordere und das hintere Ärmelteil vom Bündchen unten bis über den Ellenbogen gleich waren. Erst dann unterschieden sie sich deutlich. Ich maß genau und hatte echt Glück: ich konnte den unteren Teil beider Ärmel weiter verwenden, nur die Schulterpartie musste ich neu machen. Und dafür konnte ich dann prima den dunkelgrauen Sweatshirt-Stoff nehmen. Dafür reichte er dann auch aus. Also schnitt ich beherzt das obere Ende beider Ärmel ab und schnitt die Schultern aus dem dunkelgrauen Sweat zu und nähte – diesmal richtig – jeweils ein Vorderteil an ein Hinterteil. Das wäre geschafft. Aus einer Eingebung heraus steppte ich den Stoff alle 1,5 cm noch ab – ich hatte das mal bei einer Lederjacke gesehen, die jemand mal gepostet hatte. Das sah cool aus. Und das Ganze kam dann an das untere Teil der Ärmel. Perfekt!

Mit dunkler Kordel und dunklem Bündchen sieht es doch aus, als sollte der Pulli genau so und nicht anders werden, oder? Noch etwas aufgepimpt mit SnapPap und Reflektorfolie und ein cooler Pulli ist fertig.

Soll ich euch was sagen: ich finde ihn so viel viel vieeeel besser als wenn die Ärmel einheitlich grau gewesen wären. 🙂 🙂 🙂

Eure Charla

Verlinkt bei Kiddikram Januar 2019, Nähen für Söhne und Kerle – Oberteile

4 Gedanken zu “Weihnachtsgeschenk für meine Patensohn

  1. Mega cool. Ich fand auf den ersten Blick den abgesteppten Sweatteil toll und wäre nie auf die Idee gekommen, dass das eine Notlösung war. Passt echt super.

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    1. Danke schön. Ich habe mich in der Nacht im Bett rum gewälzt, weil ich mich so geärgert habe, dass ich den Pulli nun versaut habe Und dann kam mir die Eingebung. Aber eben nur, weil ich das mal bei einer anderen Bloggerin gesehen hatte.
      lg Charla

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  2. Diesen Pulli finde ich gerade wegen des Einsatzes an den Schultern extrem cool, den würde ich meinem Sohn sofort anziehen … großes Kino! LG Ingrid

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